ZURÜCK ZU DEN WURZELN - Mehr zum biologisch-biodynamischen Anbau von unseren Experten

Aber was genau bedeutet dies und vor allem, worin besteht der eigentliche Unterschied zwischen biologisch und biodynamisch? Um darüber mehr Klarheit zu gewinnen, haben wir bei unseren Experten Barbara Coppi (Sommelière und Gastgeberin in der Tenuta) und Giuseppe Basta (Agronom und Produktionsleiter) nachgefragt.

Biologisch, biodynamisch – zwei ähnliche Begriffe, die oft verwechselt werden. Was sind die wesentlichen Unterschiedsmerkmale und was die Gemeinsamkeiten?

Giuseppe Basta: der biodynamische Anbau beinhaltet immer auch den biologischen Anbau, dessen Richtlinien von der Europäischen Union genau festgelegt wurden. Und obwohl es sich um zwei verschiedene Ansätze handelt, gibt es auch einige Gemeinsamkeiten. Dazu zählen der Verzicht auf Pestizide, synthetische Düngemittel und Chemikalien im Allgemeinen, das Verbot von genmanipulierten Pflanzen, der Schutz der Artenvielfalt durch abwechslungsreiche Fruchtfolgen.

Barbara Coppi: der biodynamische Anbau geht in einem gewissen Sinn noch einen Schritt weiter, denn es handelt sich dabei um ein philosophisch-ganzheitliches Konzept. Der Begriff „biodynamisch“ wurde in den 1920 Jahren geprägt und beruht auf den Ideen des Begründers der anthroposophischen Bewegung, Rudolf Steiner. Nach Steiner ist ein landwirtschaftlicher Betrieb ein Organismus in dem Boden, Pflanzen, Tier und Mensch im Einklang mit der Natur leben und interagieren. Man nimmt voneinander, gibt aber auch etwas zurück. So bleibt das gesamte Ökosystem im Gleichgewicht.

Und wie wird dieses gedankliche Konzept im Weinberg oder auf dem Feld praktisch umgesetzt?

Giuseppe Basta: Es werden eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die sich auf die Bodenqualität und auf das Wachstum der Pflanzen auswirken. Synthetische Düngemittel werden durch sogenannte biodynamische Präparate, pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs, ersetzt. Auch dem Einfluss der Gestirne wird eine bedeutende Rolle zugeschrieben. Vor allem den Zyklen des Mondes, der durch seine Gravitationskraft nicht nur die Gezeiten der Meere beeinflusst, sondern auch den Wasserhaushalt der Pflanzen.

Welche konkreten Maßnahmen kommen in der Tenuta Sanoner zur Anwendung? Können Sie uns ein paar Beispiele nennen?

In unserem Weingut wird beispielsweise das Präparat 501 (Hornkiesel) eingesetzt: Kuhhörner werden mit gemahlenem Bergquarz gefüllt und vergraben. Nach einigen Monaten wird der Inhalt mit Regenwasser „dynamisiert“ und über den Weinberg gesprüht. Damit wird die Wirkung des Sonnenlichts auf die Pflanzen verstärkt. Um die Bodenfeuchtigkeit zu verbessern verwenden wir hingegen das Präparat 500 (Hornmist), welches in einem ähnlichen Verfahren gewonnen wird, aber an Stelle von Bergquarz Kuhmist enthält. Eine weitere Maßnahme ist die Gründüngung. Dabei werden Nutzpflanzen unterpflügt, die allmählich zu Humus werden und den Boden mit frischen Nährstoffen versorgen. Außerdem arbeiten wir nach den Mondphasen. So werden bei Neumond keine Reben geschnitten, weil dadurch wertvoller Pflanzensaft verloren ginge.

Barbara Coppi: Viele stehen dieser Form von Landwirtschaft eher skeptisch gegenüber, doch handelt es sich um altbewährte Maßnahmen, die bereits unsere Vorfahren kannten und nutzen. Heute gewinnen sie, dank eines wachsenden ökologischen Bewusstseins, zunehmend an Aktualität. Immer mehr Landwirte und Winzer arbeiten nach biodynamischen Grundsätzen und stellen dabei fest, dass dies dem Boden und Reben guttut, die Pflanzen widerstandsfähiger und weniger anfällig für Krankheiten sind.

Unterscheiden sich biologisch-biodynamische Erzeugnisse auch im Geschmack?

Barbara Coppi: Biologisch-biodynamische Weine und Nahrungsmittel haben einen ausgeprägten Charakter, der die Besonderheiten des Terroirs und des Jahrgangs stärker hervorhebt. Die besseren Boden- und Wachstumsbedingungen wirken sich auch auf Qualität, Aroma und Bekömmlichkeit des Endprodukts aus. Und das schmeckt man natürlich auch.
 

 

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